Narbenbehandlung und Narbenkorrektur

Wenn es nach der Aussage eines bekannten Aphorismus ginge, können Wunden heilen, die Narben aber blieben ein Leben lang. Diese Behauptung ist insofern richtig, als dass es noch keine Technik gibt, mit der Narben gänzlich zum Verschwinden gebracht werden können. Mittlerweile jedoch steht dem ästhetisch-kosmetischen Chirurgen ein breites Spektrum an konservativen wie operativen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um das oft auffällige Erscheinungsbild einer oder mehrerer Narben deutlich abzumildern. Große, schlecht verheilte Narben nach einer Verletzung oder Operation können ihren Träger gleich zweifach belasten: Zum einen stört ihn der rein äußerliche Makel auf einer ansonsten womöglich lupenreinen und glatten Hautpartie; aber auch der psychische Einfluss solcher Stigmata darf nicht unterschätzt werden, wenn der Patient durch die Narbe immer wieder an eine Situation oder Zeit in seinem Leben erinnert wird, die er lieber vergessen möchte.

In der Medizin wird unterschieden zwischen atrophen und hypertrophen Narben.

Narbenkorrektur: hypertrophe Narben

Eine hypertrophe Narbe mit Wulstbildung zeichnet sich aus durch Erhabenheit über Hautniveau, eine starke Rötung, Verbreiterung und Verdickung. Wenn sich die Narbe weit über das ursprüngliche Areal hinaus tumorartig ausbreitet und sensorisch empfindlich reagiert, liegt ein sogenanntes Keloid vor. Solche Narbenwucherungen treten vor allem dann auf, wenn Narben die natürlichen und stark beanspruchten Hautfaltenlinien in einem ungünstigen Winkel überkreuzen, oder sind die Folge von Verbrennungen oder Verletzungen, bei denen die tieferen Hautschichten in Mitleidenschaft gezogen wurden. Im schlimmsten Fall kann es zu einer erheblichen Bewegungseinschränkung kommen, wenn solche Narben direkt über einem Gelenk verlaufen.

Narbenkorrektur: atrophe Narben

Die gewöhnliche, ausgereifte atrophe Narbe sollte schmal und flach sein, auf Hautniveau liegen und eine ähnliche oder etwas hellere Farbgebung aufweisen wie die sie umgebende Haut. Atrophe Narben können aber auch stark verbreitert sein, ein strickleiterförmiges Muster tragen, sich wölben oder an tiefer gelegenen Strukturen anhaften und in sich zusammensacken.

Vorgehen und Risiken einer Narbenkorrektur in der Alster-Klinik Hamburg

Nach einem ausführlichen Patientengespräch und einer genauen Analyse der vorliegenden Problematik sowie einer Beurteilung des Narbenreifestadiums und der Narbenausprägung kann der Mediziner die geeignete Therapie auswählen.

Als konservative Methode kommen bei einer hypertrophen wulstigen Narbenbildung beispielsweise die Behandlung mit speziellen Silikongelen und Silikonplättchen, eine Kompressionsbehandlung und gezielte intraläsionale Injektionen mit Corticosteroiden in der entsprechend dosierten Konzentration in Frage, um das Erscheinungsbild der Narbe abzumildern und ihre mögliche Wucherung zu vermindern. Diese Mittel können ggf. kombiniert werden.

Narbenkorrektur: Medical Needling

Bei flächig sehr großen und tiefen Narben kann das relativ neue Verfahren des „Medical Needling“ (perkutane Kollagen-Induktionstherapie) zur Anwendung kommen. Das Prinzip: Die vernarbte Haut wird in vorher genau definierter Tiefe durch Tausende winzig kleiner Nadelstiche erneut verletzt. Im Zuge des Wundheilungsprozesses bildet der Körper Kollagen, ein Strukturprotein des Bindegewebes, das u.a. für die Straffheit und Festigkeit der Haut zuständig ist. Obwohl es sich bei vernarbten Strukturen eigentlich um totes Gewebe handelt, regt das Medical Needling durch sein Wirken in relativ großer Tiefe (ca. 3 mm) die Kollagenproduktion an, wodurch ein deutlich besseres Erscheinungsbild der Narben erreicht werden kann. Die perkutane Induktionstherapie eignet sich besonders gut bei Akne- und Brandnarben. Neben dem Verfahren des Medical Needling bescheinigen neuste medizinische Studien eine signifikante Verbesserung des Narbenbildes durch eine Unterfütterung der Narbe mit Eigenfett. Dieses kann aus den Depots aus dem Bauch, der Hüfte oder den Oberschenkeln gewonnen werden – Körperregionen, die in der Regel ausreichend oder übermäßig mit Fett versorgt sind.

Narbenkorrektur: Filler (z.B. Hyaluronsäure)

Eingezogene und an tieferen Gewebsschichten anhaftende Narben können mit Fillern aus körperidentischer Hyaluronsäure zurück auf Hautniveau gebracht werden. Verwachsungen lassen sich mittels spezieller Kanülen lösen.

Narbenkorrektur: chirurgische Techniken

Wenn die konservative Medizin an ihre Grenzen stößt, kann über den Einsatz der Chirurgie, also eine Operation nachgedacht werden. Große, breite Narbenareale, die ständig den Blicken der Mitmenschen ausgesetzt sind, weil sie sich im Gesicht, auf den Armen, den Händen oder am Rumpf befinden und so zu einer psychischen Dauerbelastung werden, können mit speziellen chirurgischen Techniken je nach Größe und Hautspannung des Patienten entweder als Ganzes oder stufenweise chirurgisch entfernt werden, um sie anschließend sorgfältig wieder zu vernähen. Bei extremer Ausdehnung der Narbe oder wenn sie auf einem Gebiet liegt, wo die Haut oft und stark gespannt wird, besteht die Möglichkeit, die umliegende gesunde Haut zunächst mit einem sogenannten Expander langsam, Schritt für Schritt aufzudehnen. Der so geschaffene Gewebeüberschuss wird anschließend dazu verwendet, das betroffene Areal nach einer Narbenausschneidung plastisch wieder zu verschließen.

Die speziellen plastisch-chirurgischen Techniken der Verschiebeplastiken eignen sich hervorragend, um einen ungünstigen Narbenverlauf wieder in die Spur der natürlichen

Hautspannungslinien zu bringen. Hier ist mit einem dauerhaft guten Ergebnis zu rechnen.
Alle beschriebenen Eingriffe können entweder in örtlicher Betäubung oder in Narkose durchgeführt werden.

Ist eine Narbenkorrektur mit Risiken verbunden?

Ja. Jeder Fremdeingriff in den menschlichen Körper ist mit Risiken verbunden. Neben Unverträglichkeiten gegenüber eingesetzten Medikamenten kann es zu Störungen im Wundheilungsprozess kommen. Auch eine örtliche oder Vollnarkose birgt immer ein Risiko. Da wir in der Alsterklinik Hamburg jeden einzelnen Fall und die zum Einsatz kommende Methode/Technik individuell bewerten müssen, bitten wir Sie, sich über mögliche Risiken vor, während und nach dem Eingriff in einem persönlichen Gespräch zu informieren.

Fragen kostet nichts: Vereinbaren Sie Ihren Termin in der Alsterklinik Hamburg für eine ausführliche, unverbindliche Beratung – auch über unsere Preise und die Finanzierung.

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